Projekte

Besondere Inhalte und Projekte

Einige Dinge wie der Morgenkreis, die musikalische Frühförderung oder die Sprachförderung nach dem Würzburger Programm sind schon sehr lange Bestandteil unseres Alltags. Das Waldprojekt haben wir seit einigen Jahren von ursprünglich 3 auf inzwischen 6 Wochen verlängert. Grundsätzlich passen Eltern und Team die Inhalte den aktuellen Bedürfnissen und auch den Fähigkeiten der Mitarbeiter an. So hatten wir über einige Jahre das Glück, einen Tag pro Woche einen naturwissenschaftlich gebildeten ehrenamtlichen Mitarbeiter in unserer Gruppe zu haben. Mit seinem Projekt „Naturwissenschaften für Kinder im Vorschulalter“ versuchten wir im „Bettenhaus“, gemäß dem Auftrag des Bildungsplans, Kinder bereits im Vorschulalter an die Naturwissenschaften heranzuführen und unseren Kindern anhand von einfachen Experimenten Bedeutung und Beziehung von Ursache und Wirkung näherzubringen. Eine ehemalige, im Bereich der kindlichen Fremdsprachenerziehung tätige Mutter aus den USA hat ein paar Jahre lang einen „Englischen Mittwoch“ gestaltet, an dem die Kinder spielerisch die englische Sprache kennenlernen konnten. Und eine ehemalige Kollegin von uns bietet immer mal wieder ein „Kunstprojekt“ an.
Wir stehen neuen Inhalten grundsätzlich offen gegenüber, haben auch kein Problem damit, mal ein Vorschulbuch oder ein standardisiertes Programm zu nutzen, wollen aber eine Verschulung vermeiden. Deshalb ist es aus unserer Sicht von entscheidender Bedeutung, dass Inhalte den Kindern nicht abstrakt vorgesetzt werden, sondern möglichst aus ihrem Spiel erwachsen und in es eingebunden sind. Auf keinen Fall darf der Eindruck entstehen, die speziellen Sprachförderprogramme wären etwa wichtiger als Reime und Fingerspiele im Morgenkreis, ein Kunstprojekt oder ein naturwissenschaftliches Experiment etwa von größerer Bedeutung als das Buddeln und Bauen im Sandkasten oder die Betrachtung eines Wimmelbuches mit den Kleinsten. Tatsächlich handelt es sich um Teile eines Ganzen.

 

Morgenkreis

Der Morgenkreis

Der Morgenkreis


Da die Kinder zwischen 8 und 9:30 Uhr in die Gruppe kommen, nehmen nicht alle Kinder ihr Frühstück in der Kindergruppe ein, für andere dagegen ist es bereits das zweite. Deshalb ist der sich anschließende Morgenkreis der Augenblick, in dem alle anwesend sein sollten und sich die gesamte Gruppe begrüßt. Neben der Tatsache, dass in der Regel das (Kern-)Team aus beiden Erzieherinnen und BFDler(in) während der gesamten Öffnungszeiten anwesend ist und alle Kinder zu den gleichen Zeiten in der Gruppe sind, befördert insbesondere der Morgenkreis die Entstehung einer Gruppenidentität. Es ist einer der Momente am Tag, wo wir uns täglich wieder bewusst als Gruppe erfahren.
Wir nutzen den Morgenkreis, um Dinge unseres Alltags (Inhalte, Abläufe, Regeln u. v. m.) und wichtige Ereignisse wie z. B. Ausflüge zu besprechen, feiern Geburtstage oder stellen neue Kinder und Mitarbeiter(innen) vor. Und natürlich singen und spielen wir ausgiebig mit der gesamten Gruppe (eingeplant ist eine halbe Stunde, doch es kommt vor, dass er doppelt so lange dauert!). Ab und zu ist es nicht ganz leicht, in einer altersgemischten Gruppe Spiele zu finden, die alle gleichermaßen begeistern, und kurz vor der Einschulung „rebellieren“ die Schulkinder schon mal. Doch eigentlich wundert man sich eher, wie gut es klappt, wie sehr die Großen bereit sind, sich auf von den Kleinen ausgewählte Spiele einzulassen, wie gut die Kleinen sich schon konzentrieren können und wie stark das Zusammengehörigkeitsgefühl ist. So fällt es den Kindern sofort auf, wenn jemand fehlt. Abzuwarten, bis man an der Reihe ist, zu akzeptieren, dass man sich mit seinem Spiel- oder Liederwunsch nicht durchsetzen konnte, dass jemand anderes die Katze ist und nun nur noch die Maus übrig ist, Rücksicht auf kleinere Kinder zu nehmen, wenn sie etwas länger brauchen – Einübung von demokratischer Gepflogenheiten, Erlernen von Respekt vor anderen Meinungen, Bedürfnissen und Wünschen und Entwicklung von Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz auch das gehört zum Morgenkreis.

 

Sprachförderung

Inhalt und Form der eigentlichen Sprachfördereinheiten richten sich wie in anderen Aktivitäten auch nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Je nach Bedarf können spezielle Sprachförderungsmaterialien und -programme zum Einsatz kommen, aber auch über ein längeren Zeitraum ein Buch wie z. B. „Der kleine Prinz“ gelesen werden, was dann von intensiven Gesprächen und vielfältigen Aktivitäten begleitet ist. Seit 2004 nutzen wir u. a. die Sprachförderung nach dem Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen 1+ 2“. Ziel dieses Programms ist die Prävention von Lese- und Rechtschreibproblemen. Die verschiedenen Sprachspiele sollen die phonologische Bewusstheit fördern und den Kindern einen Einblick in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache geben. Die Kinder erfahren die Bedeutung und den Klang von Reimen, Sätzen, Wörtern, Silben und Lauten. Lauschspiele (z. B. Stille Post, Wecker verstecken) lassen die Kinder gezielt „hinhören“. Unterstützt werden die Spiele durch verschiedene Materialien, wie z. B. Bildkarten und Tastbuchstaben.
Die Sprachförderung im engeren Sinne ist nur ein Teil dessen, was wir zum Thema „Sprachentwicklung und Literacy“ anbieten. Ebenso dazu gehören aus unsere Sicht die ausgedehnten Morgenkreise mit vielen Sing- und Bewegungsspielen, das häufige Vorlesen und Besprechen der gehörten Geschichten, Theaterbesuche und zu Weihnachten eigene Aufführungen u. v. m. Gerade die Bereitstellung von immer wieder neuen Erlebnis- und Erfahrungsräumen (z. B. Wald, Floß auf der Lahn, Bauernhof mit Pferden, eigener Gemüsegarten, Schwimmbad, Museen etc.) und unterschiedlichsten Aktivitäten schafft vielfältige Sprechanlässe, die wir bewusst nutzen wollen. Traditionell wird in der Gruppe sehr häufig, oft auch spontan gebastelt, nach Bedürfnissen und Interessen von einzelnen Kindern, und dabei – wie auch bei den Mahlzeiten – ein reger Austausch über ihre (Fantasie-)Welten gepflegt.
Grundsätzlich möchten wir den Kindern keine schulischen Inhalte vermitteln, sondern sie spielerisch und mit Freude auf das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule vorbereiten. Für den Fall, dass uns (nicht nur während der Sprachförderung) etwas auffallen sollte, das wir klären möchten, wenden wir uns an eine der zwei Sprachförderungsexpertinnen des Marburger Eltern-Kind-Vereins und zwei Marburger Logopädinnen, mit denen wir schon länger vertrauensvoll zusammenarbeiten.

 

Frühe mathematische Bildung

Als mit dem Weggang des zuständigen Mitarbeiters die Frage anstand, ob unser langjähriges Projekt „Naturwissenschaften für Kinder im Vorschulalter“ fortgesetzt werden sollte, haben Team und Eltern gemeinsam beschlossen, ähnlich wie bei der Sprachförderung auch im Bereich „Mathematik“ einen Schwerpunkt zu setzen. Auch hier geht es nicht darum, die Arbeit der Schule zu übernehmen und den Kindern womöglich das Rechnen beizubringen, sondern vielmehr darum, ein möglichst solides Fundament für den späteren schulischen Umgang mit Mathematik zu legen. Wir wollen Mathematik als Bestandteil unserer Umgebung und unseres Alltags mit allen Sinnen erfahren und dabei das, was die Kinder auch von sich aus machen oder sie beschäftigt, aufgreifen. Wir sortieren die Dinge unserer Umgebung, seien es Blätter und Früchte im Wald, kaputte und funktionstüchtige, gelbe und grüne Spielzeugautos (wie beim Aufräumen), oder auch uns selbst; wir identifizieren, vervollständigen und entwickeln Muster (wenn wir Kleider für unsere Puppen entwerfen oder in der Musik den Rhythmus klatschen); bauen mit Formen und Körpern, auch mit unseren eigenen; vergleichen, schätzen, wiegen und messen unser Nachtisch-Obst, die Bäume in unserem Garten oder prüfen, ob unsere improvisierten Fußballtore wirklich gleich groß sind. Wir möchten, dass die Kinder geometrische Formen und räumliche Beziehungen erleben, z. B. indem wir uns in, vor, hinter, neben usw. große Pappkartons legen oder einen „Schatz“ mittels einer Schatzkarte suchen; und dass sie Zahlen mit realen Dingen verbinden und diese so mit Leben füllen. Und das Wichtigste dabei ist, das Sprechen über die mathematischen Beziehungen und Probleme zu fördern und schlussfolgerndes Denken als Mittel der Problemlösung zu entdecken, wenn wir uns bspw. fragen, wie sich denn die verschiedenfarbigen Gummibärchen aufteilen lassen.

 

Musikalische Früherziehung

Trommelworkshop

Trommelworkshop

Kindern ab 4 Jahren bieten wir eine zweijährige musikalische Früherziehung. Grundsätzlich erfolgt der Unterricht einmal pro Woche, sofern nicht besondere Projekte, wie z.B. Wald- oder Reitprojekt, oder spontane Aktivitäten (z.B. Ausflüge, Theaterbesuche etc.) anstehen oder es zur Unterbesetzung des Teams kommt. Darüber hinaus kann es insbesondere während der Eingewöhnungsphase der neuen Kinder (September/Oktober) – je nach Anzahl der neuen Kinder und Verlauf der Eingewöhnung – vorkommen, dass der Unterricht ausfällt oder nur in reduziertem Umfang stattfindet.
Der Unterricht stützt sich auf das Werk „Musik und Tanz für Kinder“ aus dem Schott-Verlag. Aufgrund der Vielzahl der Anregungen und der Tatsache, dass das Lehrwerk kein chronologisch durchzuarbeitendes Schulbuch darstellt, erlaubt es eine an die Bedürfnisse der Gruppe angepasste Unterrichtsgestaltung. Bestandteil des Konzepts ist, dass jedes Kind ein persönliches Exemplar des Arbeitsbuches erhält. Es kann, entweder zu Hause oder aber außerhalb der eigentlichen Unterrichtsstunden in der Kindergruppe, ganz individuell gestaltet werden und dient so auch zur Vertiefung des Unterrichtsstoffes.
Die Kinder werden mit verschiedenen Klängen, Tonlängen und -höhen vertraut gemacht, sodass sie auf klangliche, rhythmische und melodische Differenzierungen achten und es ihnen gelingt, Klangmaterialien herauszuhören, auch Instrumente, die sie selbst nicht spielen können (z. B. bei klassischer Musik von CDs). Die Kinder erlernen den Umgang mit leicht spielbaren (auch selbstgebauten) Instrumenten, die ihnen die Möglichkeit geben, sich spontan auszudrücken. Im „Bettenhaus“ besteht ein gewisser afro-brasilianischer Einfluss, wie die Namen einiger Instrumente unschwer belegen: Agogô, Caxixis, Xequerê, Calimba, Cuíca, Cabuletê.
Im Vordergrund steht unbedingt die Freude am Musizieren und Singen. Wir möchten die Fantasie der Kinder anregen, die Wahrnehmungsfähigkeit sowie interkulturelles Lernen (durch Musik aus anderen Ländern) fördern und die Konzentrationsfähigkeit stärken. Nicht zuletzt sollen durch Bewegung und Tanz Motorik, Körpergefühl und räumliche Wahrnehmung entwickelt werden.

 

Waldprojekt

Der Wald entspricht in idealer Weise unserem konzeptionellen Dreiklang aus Spiel, Bildung und Wertevermittlung.

Das Baumtelefon

Das Baumtelefon

Als ein ihnen unbekannter, manchmal geheimnisvoller Ort regt er die Fantasie und Kreativität der Kinder zu ganz neuen Spielen an. Wir bauen „Zwergenhäuser“ in Baumwurzeln oder Indianerzelte aus Materialien, die wir im Wald finden. Er ist ein riesiger Abenteuerspielplatz und spielzeugfreie Zone. Das kann beim ersten Mal sogar etwas ungewohnt sein, sodass die Kinder einige Tage brauchen, sich auf die neue Umgebung einzustellen (allerdings nur beim ersten Mal, im zweiten Jahr gelingt es ihnen mühelos, an die Erfahrungen aus dem ersten Jahr anzuknüpfen). Ohne dass eine vorherige Planung notwendig wäre, bewegen wir uns in einem einzigen „Sinnesparcours“, der ganz automatisch auch unsere Bewegungsgeschicklichkeit fördert. Wir balancieren auf Baumstämmen, laufen über Schotterwege und weichen Waldboden und springen über Zweige. An Bastelmaterial mangelt es sowieso nicht, und zu erforschen gibt es einiges. Wir sammeln Düfte, lesen Spuren und betrachten Tiere auf einem weißen Leinentuch oder in unseren Lupengläsern. Wir lernen den Lebensraum von Tieren kennen und respektieren und, in der unbekannten Umgebung, aufeinander achtzugeben. Die neuen Erfahrungen stärken den Zusammenhalt der Gruppe und wirken im Alltag noch lange nach. Als Gegenpol zum Verkehr der Stadt ist der Wald trotz der Vielzahl der Aktivitäten nicht zuletzt auch ein Ort der Ruhe. Durch die Wirkung der Natur und den gewonnenen Abstand zu den traditionellen Spielsachen erleben wir die Kinder als sehr entspannt.

Das sechswöchige Waldprojekt ist üblicherweise auf den Zeitraum zwischen April und Juni festgelegt. Im Stadtwaldgelände auf dem Tannenberg (ein großes Areal mit mehreren Spiel-, Fußball- und Campingplätzen) mieten wir eine Hütte, die als Treffpunkt und Aufenthaltsraum dient. Auch Frühstück und Mittagessen finden meist dort (unterm Pavillon) statt, oder eben direkt im Wald. Denn wir möchten jeden Tag möglichst viel Zeit im Wald verbringen und verlassen deshalb die Lichtung des Stadtwaldgeländes immer so bald wie möglich.
Das Waldprojekt ist eines der großen Highlights in unserem Jahresprogramm. Für alle ist es eine liebgewonnene Abwechselung. Als Abschluss veranstalten wir am letzten Tag eine kleine Party und laden die Eltern zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen ein.

 

Floßprojekt

Floßprojekt

Floßprojekt

Als wir 2009 davon erfuhren, dass der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit, bsj Marburg e. V., auf der Lahn ein Floßprojekt für Kindergartenkinder anbieten würde, waren wir sofort Feuer und Flamme. Schließlich stellte es eine wunderbare Ergänzung zu unserem Waldprojekt dar, behandelte es doch den zweiten prägenden Kultur- und Naturraum Marburgs. Mit den Kindern den Fluss aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und das Element Wasser zu erforschen und sinnlich zu erfahren erschien uns äußerst reizvoll.

Zudem harmonierte der umfassende, alle sinnlichen Dimensionen einschließende Bildungsbegriff und der auf die Neugier der Kinder setzende Ansatz, der den Erwachsenen insbesondere die Aufgabe zuweist, den Kindern „Räume zu öffnen, Zeit für Umwege zu erlauben und Anlässe zum Staunen, Fragen und Selbstentdecken der Welt zu geben“ (bsj Marburg e. V.: Frühe Bildung am Erfahrungs- und Lebensraum Wasser/Lahn. Ein Kindergartenfloß als schwimmender Lernort in Marburg. Rahmenkonzept und Praxisvorschläge, o. J., Seite 4), mit unserem eigenen Konzept. Selbst unser Tagesablauf mit Frühstück und Morgenkreis fand sich in der Projektbeschreibung. Zusätzlich schien uns der „schwimmende Lernort“ dazu geeignet, durch die besondere Situation auf einem räumlich begrenzten Stück Floß oder durch die Vergabe verantwortungsvoller Aufgaben wie dem Steuern des Floßes neue Konstellationen zu kreieren, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und soziale Lernprozesse zu initiieren. Und nicht zuletzt versprachen wir uns von einer einwöchigen Reise auf der Lahn im Sommer eine Menge Spaß.

Floßprojekt

Floßprojekt

Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Das Floßprojekt ist zu einem festen Bestandteil unseres Jahresprogramms geworden. (Sofern wir denn ausgewählt werden, was aber bisher meistens der Fall war. Haben wir in den ersten Jahren noch als komplette Gruppe teilgenommen, so sind es aktuell unsere 5-6-Jährigen, gemeinsam mit denen der Kindergruppen „Albatros“ und „Floh“.) Wir haben im Wasser mit Keschern Fische gefangen (und wieder freigelassen) und im Aquarium oder mit Becherlupen beobachtet, die Strömung an Wehren und Mündungsbereichen untersucht und deren Widerstand mit den eigenen Händen gespürt, haben Wasserfilter und Staudämme gebaut, eine Geschichte zum Wasserkreislauf („Die Reise des Regentropfens“) gehört und uns selbst welche ausgedacht und nachgespielt. Und wir haben ausgiebig mit Wasser gespritzt, Wasser geschöpft und Steine flitschen lassen.
Organisation wie praktische Umsetzung des Projekts obliegen einer Fachkraft des bsj sowie Kindern, Erzieher(inne)n und ggf. Eltern der teilnehmenden Gruppe. Abgerundet wird es durch Vor- und Nachbereitungstermine. Das Floß bewegt sich auf der Strecke zwischen dem Bootshaus der Universität und dem Wehrdaer Wehr.

 

Reiten

Seit 2004 ist das Projekt „Kinder lernen Pferde kennen“ fester Bestandteil unseres Jahresprogramms. Es findet einmal im Jahr für die aktuellen Vorschulkinder und die, die es im nächsten Jahr werden, auf einem Reiterhof in Schweinsberg statt. Beide Gruppen sind jeweils für drei Vormittage auf dem Bauer

Das Reitprojekt

Das Reitprojekt

nhof. Geleitet wird der Kurs von Bianca Schlote, die zwei Haftlinger (Jonas und Nele) und ein Shetlandpony (Fritzi) besitzt. In den drei Tagen geht es nicht ausschließlich ums „Reitenlernen“, sondern um den Kontakt zum Pferd, mit allem, was dazu

gehört. Zuerst gilt es, eine Beziehung zum Pony aufzubauen. Die Kinder fassen in der Regel sehr schnell Vertrauen und wollen gerne Verantwortung für die Ponys übernehmen. Diese werden gestriegelt, geführt, geputzt (und ihre Hufe ausgekratzt) und zum Schluss gesattelt. Und danach … endlich reiten; entweder mit Sattel oder Voltegiergurt, manchmal aber auch auf dem blanken Pferderücken. Mal werden die Kinder auf den Ponys geführt, mal longiert, oder es wird ein einfacher Parcours aufgebaut, den Pferd und Reiter überwinden müssen. In der Pause gibt’s immer eine tolle Geschichte von Bianca und einen kleinen Ausflug zu den anderen Bauernhoftieren. Frisch gestärkt geht es in die zweite Runde. Am Ende des Tages holen die Kinder noch Heu, denn nach getaner Arbeit wollen auch Nele, Jonas und Fritzi versorgt werden und ihre Belohnung erhalten. Der Höhepunkt ist die gemeinsame Kutschfahrt mit allen Kindern der Kindergruppe durch Schweinsberg und Umgebung am letzten Tag.

Durch den Kontakt zu den Pferden und das Reiten lernen die Kinder, Angst ab- und Vertrauen aufzubauen und Verantwortung zu übernehmen. Die Konzentrationsfähigkeit wird gestärkt und die sensomotorische Entwicklung gefördert. Aber über allem stehen der Spaß und die Freude am Umgang mit dem Pferd. Und weil die Kinder das Pony Fritzi so lieb gewonnen haben, hat es uns im Juni 2007 sogar schon einmal in der Kindergruppe besucht.