Projekte

Morgenkreis

Der Morgenkreis

Der Morgenkreis

Da die Kinder zwischen 8 und 9:30 Uhr in die Gruppe kommen, nehmen nicht alle Kinder ihr Frühstück in der Kindergruppe ein, für andere dagegen ist es bereits das zweite. Deshalb ist der sich anschließende Morgenkreis der Augenblick, in dem alle anwesend sein sollten und sich die gesamte Gruppe begrüßt. Wir nutzen den Morgenkreis, um wichtige Ereignisse wie z. B. Ausflüge zu besprechen, feiern Geburtstage oder stellen neue Kinder und MitarbeiterInnen vor. Und natürlich singen und spielen wir mit der gesamten Gruppe. Ab und zu ist es nicht ganz leicht in einer altersgemischten Gruppe Spiele zu finden, die alle gleichermaßen begeistern, insbesondere kurz vor der Einschulung „rebellieren“ die Vorschulkinder schon mal. Doch eigentlich wundert man sich eher, wie gut es klappt, wie sehr die Großen bereit sind, sich auf von den Kleinen ausgewählte Spiele einzulassen, und wie stark das Zusammengehörigkeitsgefühl ist. So fällt es den Kindern sofort auf, wenn jemand fehlt.

Neben der Tatsache, dass in der Regel das gesamte Betreuungspersonal anwesend und alle Kinder zu den gleichen Zeiten in der Gruppe sind, befördert insbesondere der Morgenkreis die Entstehung einer Gruppenidentität.

Musikalische Früherziehung

Trommelworkshop

Trommelworkshop

Kindern ab 4 Jahren bieten wir eine zweijährige musikalische Früherziehung. D. h. es bestehen normalerweise gleichzeitig zwei Gruppen: eine für 4-5-Jährige und eine zweite für 5-6-Jährige. Grundsätzlich erfolgt der Unterricht einmal pro Woche, sofern nicht besondere Projekte, wie z. B. Wald- oder Reit-Projekt, oder spontane Aktivitäten (z. B. Ausflüge, Theaterbesuche etc.) anstehen oder es zur Unterbesetzung des Teams kommt. Darüber hinaus kann es insbesondere während der Eingewöhnungsphase der neuen Kinder (September/Oktober) – je nach Anzahl der neuen Kinder und Verlauf der Eingewöhnung – vorkommen, dass der Unterricht ausfällt oder nur in reduziertem Umfang stattfindet.

Der Unterricht bietet eine Vielzahl an Anregungen und passt sich den Bedürfnissen der Gruppe an. Die Kinder werden mit verschiedenen Klängen, Tonlängen und -höhen vertraut gemacht, sodass sie auf klangliche, rhythmische und melodische Differenzierungen achten und es ihnen z. B. gelingt, Instrumente herauszuhören, die sie selbst nicht spielen können (z. B. bei

Das Reitprojekt

Das Reitprojekt

klassischer Musik von CDs). Die Kinder erlernen den Umgang mit leicht spielbaren (auch selbstgebauten) Instrumenten, die ihnen die Möglichkeit geben, sich spontan auszudrücken. Im „Bettenhaus“ besteht ein gewisser afro-brasilianischer Einfluss, wie die Namen einiger Instrumente unschwer belegen: Agogô, Caxixis, Xequerê, Calimba, Cuíca, Cabuletê.

Im Vordergrund steht unbedingt die Freude am Musizieren und Singen. Wir möchten die Fantasie der Kinder anregen, die Wahrnehmungsfähigkeit sowie interkulturelles Lernen (durch Musik aus anderen Ländern) fördern und die Konzentrationsfähigkeit stärken. Nicht zuletzt sollen durch Bewegung und Tanz Motorik, Körpergefühl und räumliche Wahrnehmung entwickelt werden.

Sprachförderung

Seit 2004 bieten wir eine Sprachförderung nach dem Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen 1 + 2“ an. Ziel dieses Programms ist die Prävention von Lese-und Rechtschreibproblemen. Die verschiedenen Sprachspiele sollen die phonologische Bewusstheit fördern und den Kindern einen Einblick in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache geben. Die Kinder erfahren die Bedeutung und den Klang von Reimen, Sätzen, Wörtern, Silben und Lauten. Lauschspiele (z. B. Stille Post, Wecker verstecken) lassen die Kinder gezielt „hinhören“. Da das Programm mit vielen Sing- und Bewegungsspielen kindgerecht gestaltet ist, nehmen sie sehr gerne an den Übungseinheiten teil. Unterstützt werden die Spiele durch verschiedene Materialien, wie z. B. Bildkarten und Tastbuchstaben.

Das Würzburger Programm eignet sich zur normalen Entwicklungsförderung für alle Vorschulkinder, insbesondere aber für Kinder, die gefährdet sind, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche zu entwickeln. Wir möchten den Kinder keine schulischen Inhalte vermitteln, sondern sie spielerisch und mit Freude auf das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule vorbereiten.

Reiten

Seit 2004 ist das Projekt „Kinder lernen Pferde kennen“ fester Bestandteil unseres Jahresprogramms. Es findet einmal im Jahr für die aktuellen Vorschulkinder und die, die es im nächsten Jahr werden, in Schweinsberg statt. Beide Gruppen sind jeweils für drei Vormittage auf dem Bauernhof. Geleitet wird der Kurs von Bianca Schlote, die zwei Haftlinger (Jonas und Nele) und ein Shetlandpony (Fritzi) besitzt. In den drei Tagen geht es nicht ausschließlich ums „Reitenlernen“, sondern um den Kontakt zum Pferd, mit allem, was dazu gehört. Zuerst gilt es, eine Beziehung zum Pony aufzubauen. Die Kinder fassen in der Regel sehr schnell Vertrauen und wollen gerne Verantwortung für die Ponys übernehmen. Diese werden gestriegelt, geführt, geputzt (und ihre Hufe ausgekratzt) und zum Schluss gesattelt. Und danach …

… endlich reiten; entweder mit Sattel oder Voltegiergurt, manchmal aber auch auf dem blanken Pferderücken. Mal werden die Kinder auf den Ponys geführt, mal longiert, oder es wird ein einfacher Parcours aufgebaut, den Pferd und Reiter überwinden müssen. In der Pause gibt’s immer eine tolle Geschichte von Bianca und einen kleinen Ausflug zu den anderen Bauernhoftieren. Frisch gestärkt geht es in die zweite Runde. Am Ende des Tages holen die Kinder noch Heu, denn nach getaner Arbeit wollen auch Nele, Jonas und Fritzi versorgt werden und ihre Belohnung erhalten. Der Höhepunkt ist die gemeinsame Kutschfahrt durch Schweinsberg und Umgebung am letzten Tag.

Das Baumtelefon

Das Baumtelefon

Durch den Kontakt zu den Pferden und das Reiten lernen die Kinder, Angst ab- und Vertrauen aufzubauen und Verantwortung zu übernehmen. Die Konzentrationsfähigkeit wird gestärkt und die sensomotorische Entwicklung gefördert. Aber über allem steht der Spaß und die Freude am Umgang mit dem Pferd. Und weil die Kinder das Pony Fritzi so lieb gewonnen haben, hat es uns im Juni 2007 sogar schon einmal in der Kindergruppe besucht!

Waldprojekt

Der Wald entspricht in idealer Weise unserem konzeptionellen Dreiklang aus Spiel, Bildung und Wertevermittlung.

Als ein ihnen unbekannter, manchmal geheimnisvoller Ort regt er die Fantasie und Kreativität der Kinder zu ganz neuen Spielen an. Wir bauen „Zwergenhäuser“ in Baumwurzeln oder Indianerzelte aus Materialien, die wir im Wald finden. Er ist ein riesiger Abenteuerspielplatz und spielzeugfreie Zone. Das kann beim ersten Mal sogar etwas ungewohnt sein, sodass die Kinder einige Tage brauchen, sich auf die neue Umgebung einzustellen. Ohne dass eine vorherige Planung notwendig wäre, bewegen wir uns in einem einzigen „Sinnesparcours“, der ganz automatisch auch unsere Bewegungsgeschicklichkeit fördert. Wir balancieren auf Baumstämmen, laufen über Schotterwege und weichen Waldboden und springen über Zweige. An Bastelmaterial mangelt es sowieso hier nicht, und zu erforschen gibt es einiges. Wir sammeln Düfte, lesen Spuren und betrachten Tiere auf einem weißen Leinentuch oder in unseren Lupengläsern. Wir lernen den Lebensraum von Tieren kennen und respektieren und, in der unbekannten Umgebung, aufeinander achtzugeben. Die neuen Erfahrungen stärken den Zusammenhalt der Gruppe. Als Gegenpol zum Verkehr der Stadt ist der Wald trotz der Vielzahl der Aktivitäten nicht zuletzt auch ein Ort der Ruhe.

Das sechswöchige Waldprojekt ist auf den Zeitraum zwischen April und Juni festgelegt. Im Stadtwaldgelände auf dem Tannenberg (großes Areal mit mehreren Spiel-, Fußball- und Campingplätzen) mieten wir eine Hütte, die als Treffpunkt und Aufenthaltsraum (z. B. bei Gewitter) dient. Auch Frühstück und Mittagessen finden meist dort (unterm Pavillon) statt.

Floßprojekt

Floßprojekt

Das Waldprojekt ist eines der großen Highlights in unserem Jahresprogramm. Als Abschluss veranstalten wir am letzten Tag eine kleine Party und laden die Eltern zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen ein.

Floßprojekt

Als wir 2009 davon erfuhren, dass der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit, bsj Marburg e. V., auf der Lahn ein Floßprojekt für Kindergartenkinder anbieten würde, waren wir sofort Feuer und Flamme. Schließlich stellte es eine wunderbare Ergänzung zu unserem Waldprojekt dar, behandelte es doch den zweiten prägenden Kultur- und Naturraum Marburgs. Mit den Kindern den Fluss aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und das Element Wasser zu erforschen und sinnlich zu erfahren erschien uns äußerst reizvoll.
Zudem harmonierte der umfassende, alle sinnlichen Dimensionen einschließende Bildungsbegriff und der auf die Neugier der Kinder setzende Ansatz, der den Erwachsenen insbesondere die Aufgabe zuweist, den Kindern „Räume zu öffnen, Zeit für Umwege zu erlauben und Anlässe zum Staunen, Fragen und Selbstentdecken der Welt zu geben“ (bsj Marburg e. V.: Frühe Bildung am Erfahrungs- und Lebensraum Wasser/Lahn. Ein Kindergartenfloß als schwimmender Lernort in Marburg. Rahmenkonzept und Praxisvorschläge, o. J., Seite 4), mit unserem eigenen Konzept. Selbst unser Tagesablauf mit Frühstück und Morgenkreis fand sich in der Projektbeschreibung, und selbstverständlich würden wir auch unsere wöchentlichen Experimente in der Zeit auf dem Floß vertiefen können. Zusätzlich schien uns der „schwimmende Lernort“ dazu geeignet, durch die besondere Situation auf einem räumlich begrenzten Stück Floß oder durch die Vergabe verantwortungsvoller Aufgaben wie dem Steuern des Floßes neue Konstellationen zu kreieren, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und soziale Lernprozesse zu initiieren.

Floßprojekt

Floßprojekt

Und nicht zuletzt versprachen wir uns von einer einwöchigen Reise auf der Lahn im Frühsommer eine Menge Spaß.
Unsere Erwartungen wurden in keinem der Jahre, in denen wir teilnehmen durften, enttäuscht. Wir haben im Wasser mit Keschern Fische gefangen (und wieder freigelassen) und im Aquarium oder mit Becherlupen beobachtet, die Strömung an Wehren und Mündungsbereichen untersucht und deren Widerstand mit den eigenen Händen gespürt, haben Wasserfilter und Staudämme gebaut, eine Geschichte zum Wasserkreislauf („Die Reise des Regentropfens“) gehört und uns selbst welche ausgedacht und nachgespielt. Und wir haben ausgiebig mit Wasser gespritzt, Wasser geschöpft und Steine flitschen lassen.
Organisation wie praktische Umsetzung des Projekts obliegen einer Fachkraft des bsj sowie Kindern, ErzieherInnen und ggf. Eltern der teilnehmenden Gruppe. Abgerundet wird es durch Vor- und Nachbereitungstermine. Das Floß bewegt sich auf der Strecke zwischen dem Bootshaus der Universität und dem Wehrdaer Wehr.

Da selbstverständlich viele Einrichtungen an diesem tollen Projekt Interesse haben, erhalten wir leider nicht jedes Jahr den Zuschlag.